E-Journals: Stand der Lizenzverhandlungen mit dem Verlag Elsevier (Stand: 22.06.2017)

Wie Sie zum Ende des letzten Jahres in der Presse verfolgen konnten, haben über 60 wissenschaftliche Einrichtungen ihre Lizenzverträge mit dem Verlag Elsevier nicht verlängert. Die Literaturversorgung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg ist hiervon nicht betroffen, da der Vertrag bis zum Ende des Jahres 2017 läuft.

Projekt DEAL: Verhandlung bundesweiter Lizenzen

Hintergrund sind die laufenden Verhandlungen der von der Allianz der Wissenschaftsorganisationen eingesetzten Projektgruppe DEAL, die unter der Leitung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) einen bundesweiten Lizenzvertrag für das gesamte E-Journal-Titelportfolio des Verlags Elsevier aushandelt.

Mit diesem Vertrag sollen die Wissenschaftseinrichtungen finanziell deutlich entlastet werden und das Open-Access-Publizieren in den Verlagszeitschriften verankert werden. Diese Open-Access-Komponente wurde in landesweiten Lizenzen anderer Länder (Großbritannien, Niederlande) bisher nur in Teilen durchgesetzt.

Mit der nun ausgesetzten Verlängerung der Lizenzverträge mit Elsevier setzen die deutschen Wissenschaftseinrichtungen ein deutliches Zeichen! Bereits im Dezember 2016 hat HRK-Präsident Prof. Dr. Horst Hippler die HRK-Mitgliedshochschulen über eine vorläufige Unterbrechung der Verhandlungen informiert: Elsevier verweigere sich „[…] den Prinzipien von Open Access und allen Argumenten für eine faire Preisgestaltung: Trotz der bereits bestehenden 40-prozentigen Umsatzrendite setzt der Verlag auf gigantische Preissteigerungen jenseits der bislang bezahlten Lizenzsummen.“ (Rundschreiben der HRK Nr. 25/2016 vom 01.12.2016).

Wie ist die Versorgungssituation am Standort Oldenburg?

Das Präsidium der Universität unterstützt die Vorgehensweise und die Zielsetzungen der DEAL-Projektgruppe. Da der Lizenzvertrag der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg mit Elsevier bis Jahresende 2017 läuft, war eine Kündigung zum Ende 2016 nicht möglich.

Oldenburger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können vorerst bis zum Jahresende ohne Einschränkungen auf die lizenzierten Elsevier-Titel zugreifen.

Niederlegung von Mandaten der WissenschaftlerInnen

Die HRK hat sich inzwischen in einem persönlichen Schreiben an deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gewandt, die für ihre Spitzenforschung mit hochdotierten Wissenschaftspreisen ausgezeichnet wurden und als Herausgeberinnen oder Herausgeber für Elsevier-Zeitschriften tätig sind. Sie wurden darum gebeten, diese Tätigkeiten niederzulegen, wenn der Verlag bei den Verhandlungen weiterhin kein Einsehen zeigt. Erste positive Rückmeldungen sind bereits eingegangen. Die HRK würde sehr begrüßen, wenn diese Aktion in allen Einrichtungen Unterstützung fände. Weitere Informationen hierzu lässt Ihnen die Ansprechperson der HRK zukommen:

Stefanie Busch
Tel.: 0228/887-130
E-Mail: busch(at)hrk.de

Wie geht es weiter?

Der Verlag Elsevier hat bislang noch kein ernsthaft zu verhandelndes Angebot vorgelegt. Die eingesetzte Projektgruppe ist jedoch weiterhin mit dem Verlag in Kontakt und gesprächsbereit.

Darüber hinaus wurden erste Verhandlungen mit den Verlagen SpringerNature und Wiley aufgenommen, die Potenzial für eine positive Entwicklung zeigen. Weitere Gesprächstermine sind für die nächsten Wochen vereinbart.

Weitere Informationen

Informationen zum Projekt DEAL finden Sie unter: https://www.projekt-deal.de/

Gern informieren wir Sie über den Fortgang der Verhandlungen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Direktion der Universitätsbibliothek.

 

Kontakt

Heike Andermann

Raum: B 2-211
Tel.: 0441/798-4610
E-Mail: heike.andermann(at)uni-oldenburg.de